Reiseberichte
Am Sonntag, den 09.08.2009 ging es pünktlich um 6.00 Uhr von München/ Neuhausen los, die Stadt wie ausgestorben! Voller Vorfreude auf eine gemütliche, hoffentlich Pannenfreie fahrt, fahren wir los. Das Gepäck wurde vorher in und auf den Rollern gut verstaut, nur noch schnell das Navi einschalten und die Route wird berechnet. Über die Donnersbergerbrücke Richtung Harras, raus auf die B11. Schnell waren wir aus München raus.
Über Wolfratshausen, an Geretsried vorbei und durch Benediktbeuern durch, schon waren wir in Kochel am See, "wenn das so weiter geht sind wir zu Mittag in Trento" dachten wir uns. Wenn man sich da nicht täuschen würde. Kurz nach Kochel am See bekommen wir den ersten Vorgeschmack auf das, was uns noch erwartet. Immer wieder Berge, Serpentinen, ein Auf und Ab. Zunächst aber am großen Walchensee vorbei.

Wir folgten der Beschilderung Innsbruck/B2/Mittenwald. Nach ca. 106 km überqueren wir die deutsch-österreichische Grenze. Sehr bald müssten wir auch Innsbruck hinter uns haben. Doch vorher geht es auf der Zirlerbergstr./Seefelder-Bundesstrasse weiter wo es dann wirklich rasant bergab ging. Gut zu wissen, dass es da Auslaufzonen gibt, falls die Bremsen dann doch zu heiß werden. Am Ende dieser Abfahrt gab es einen Parkplatz zum Ausrollen, wo wir dann doch mal stehen blieben und zurück schauten, welchen Abstieg wir gerade gerollt sind. Das Schild mit 16 % Steigung ließ uns dann doch erstmal schlucken, mit der Überlegung, dass wir auf dem Rückweg da wieder hoch müssen.
Aber nicht verzagen, erstmal waren wir ja auf dem Hinweg. Doch plötzlich geht bei meiner kleinen V50 nix mehr, springt nicht an und wenn sie anspringt geht sie sofort wieder aus. "Na ja, dann suchen wir mal den Fehler" dachte ich mir und machte mich auf die Suche nach der Ursache. Nach kurzer Suche ist der Fehler auch schnell gefunden, eine Soffite ist durchgebrannt (Bremslicht). Durch das Abbremsen bei der Abfahrt ist Sie einfach zu heiß geworden, nach wenigen Sekunden war auch schon eine neue Soffite eingebaut und die Fahrt konnte weiter gehen.
Parallel zur Autobahn fuhren wir auf der Tiroler Bundesstraße weiter, durch Innsbruck, vorbei an Schönberg im Stubaital, Matrei am Brenner, Gries am Brenner, Brenner. Von der deutsch-österreichischen Grenze sind es nur knappe 70 km und schon waren wir in Bella Italia.
Kaum über dem Brenner drüber, wehte uns schon die warme Luft um Beine und Nase. Unsere Strecke führte uns weiter über Bolzano (Bozen) bis zu unserem 1. Stopp in Trento wo wir eine Nacht im Hotel Terme San Leonardo (Strada di Vigolo Baselga, 6, I-38100 Vigolo Baselga, Trento, Trentino-Alto Adige) übernachten wollten. Müde aber froh, dass wir endlich nach 322 km angekommen waren, sehnten wir uns nach einer kalten Dusche, einem warmen Abendessen und dann nur noch schlafen.
Am nächsten Morgen waren die Roller aber wieder schnell bepackt und wir schon wieder auf der Straße nach Florenz. Mit einem super Reisewetter fuhren wir auf der Landstraße dahin, die wirklich wie im Film aussah. An Orten mit den Namen Rovereto, Dolce und riesigen Weintrauben- und Olivenhängen und mit Pinien gesäumte Straßen machte es wirklich Spaß in Richtung Verona/Mantova zu fahren. Es wurde aber auch immer heißer, besonders in der Gegend um San Giovanni in Persiceto kochten wir förmlich in unseren Sachen. Mitten in der Wallachei fanden wir ein Restaurant wo wir uns mit eiskaltem Wasser eindeckten. Es hat nicht viel gefehlt, dass wir uns damit übergossen hätten.
Aber weiter ging es in Richtung Bologna. Da auf solch einer Reise nicht alles Sonnenschein ist, sage ich auch ganz ehrlich, dass es schon anstrengend ist. Besonders die Kilometer auf der SS 12 zogen sich, so dass wir spontan eine andere Route wählten. Hätten wir vielleicht nicht machen sollen, aber dann wären uns die folgenden Herausforderungen entgangen. Denn diese machen eine Reise doch spannend. Also runter von der SS 12 und auf den kleinen Land- und Dorfstraßen entlang. Immer wieder fuhren wir durch kleine Ortschaften, die wie ausgestorben wirkten. Da fehlte nur noch, dass ein Heuballen vorbei weht, Wilkommen im Wilden Westen. Natürlich sollten die Berge nicht fehlen, also schön rauf und runter. Mit dem letzten Berg vor Florenz quälten wir uns schon sehr. Doch wir wollten ja ankommen und uns durch solch eine Auffahrt nicht stoppen lassen.
Auf einmal gabelte sich die Straße, wobei die eine Richtung in einer Sackgasse endet und die andere durch eine Absperrung geschlossen war. Jetzt war guter Rat gefragt. Sollten wir umdrehen, was bedeutete, dass wir mindestens 1,5 h brauchten, um vom Berg wieder runter zu kommen und dann eine neue Strecke suchen mussten. Die andere Möglichkeit war, doch mal zu schauen, warum die Straße gesperrt war, was
wir auch taten. Langsam rollten wir weiter und sahen dann ziemlich schnell die Ursache. Anscheinend war vor ein paar Tagen durch Regen ein Erdrutsch vom Berg gegangen. Wir blieben von einer weiteren Absperrung die aus Holzstäben und einer Art Netz bestand, stehen. Jetzt wussten wir warum abgesperrt wurde. Die Straße war mit Schlamm und etwas Geröll unpassierbar.
Das Stück war nicht lang, ca. 100 Meter waren maximal davon betroffen. Mit Mut und auch weil wir wenig Lust hatten den ganzen Weg wieder zurück zu fahren, schoben wir die Absperrung etwas zur Seite und schoben die Roller vorbei. Möglichst vorsichtig, damit wir nicht zu weit rechts kommen, denn sonst stürzen wir runter und auch sehr leise, da uns sonst der Bauer gehört hätte, der in ca. 500 m Luftlinie seinen Hof hatte. Durch den Schlamm durch, an der letzten Absperrung vorbei, hatten wir das Gröbste geschafft. Danach ging es nur noch bergab. Am Anfang noch sehr langsam, da die Roller voller Schlamm und Dreck waren.
Obwohl die Zeit uns davon lief, machten wir trotzdem unsere Pausen, da uns die Strecke doch ganz schön forderte. In den Bergen wurde es aber sehr schnell dunkel und immer kälter und wir wollten nur noch ankommen. Ein letzter Stopp, eine Kleinigkeit gegessen, etwas getrunken, die Warnweste wieder angezogen, damit wir besser zu sehen waren, die Klamotten noch mal gerichtet, damit es nirgendwo zog und wir fuhren unser letztes Stück von 60 km bis nach Florenz. Da meine Vespa nur ein sehr schwaches, kleines Licht hatte, fuhr meine Frau mit ihrer Vespa voran. Ihr Licht war zwar heller und größer, jedoch sah sie im Dunkeln nicht so gut und mit Kurven hatte sie es nicht so. Doch allen Mut voran und ziemlich zügig erreichten wir endlich Florenz. Das Navi führte uns ohne Probleme zu unserem Hotel wo wir dann heilfroh waren, endlich angekommen zu sein. Ein schneller Check-In, die Roller in der Tiefgarage geparkt und rauf aus unser Zimmer. Herrlich!!! Ein super schönes Zimmer, ein großes Bett (2x2m), ein tolles Bad. Schnell waren die wichtigsten Sachen ausgepackt, denn wir wollten nur noch eine entspannende, erfrischende Dusche nehmen und der Urlaub kann beginnen.

Bericht: Marlen und Armin B.; Bilder: Marlen B